Heilige Orte und Landschaften – Das Unsichtbare wieder wahrnehmen
Sichtbarmachung – Schutz Heiliger Orte – Unterstützung und Begleitung – Öffentlichkeitsarbeit
Überall in Europa gibt es Orte, die Menschen seit Jahrhunderten als besonders erlebt haben. Quellen, Felsen, Hügel, alte Bäume, Landschaftsräume oder Kultstätten wurden über Generationen hinweg als Orte der Kraft, der Begegnung und der Verbindung mit der Natur geschätzt. Viele dieser Naturheiligtümer und heiligen Orte sind bis heute erhalten geblieben – andere wurden vergessen, überformt oder aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt.
Dennoch wirken viele dieser Orte weiterhin auf die Menschen, die ihnen offen begegnen. Sie berühren, inspirieren, schenken Ruhe oder vermitteln ein Gefühl von Verbundenheit. Oft sind es gerade jene Landschaften und Plätze, die sich einer rein funktionalen Betrachtung entziehen und dennoch einen besonderen Wert für Kultur, Identität und Lebensqualität besitzen.
Eine wichtige Aufgabe unserer Zeit besteht darin, diese Orte wieder sichtbar zu machen. Sichtbarkeit bedeutet nicht nur, bekannte Stätten zu dokumentieren oder historisches Wissen zu bewahren. Es bedeutet auch, die Aufmerksamkeit für jene Qualitäten zu stärken, die Orte für Menschen bedeutsam machen. Nur was wahrgenommen wird, kann auch geschützt und wertgeschätzt werden.
Der Schutz heiliger Orte beginnt deshalb mit dem Bewusstsein für ihre Existenz. Viele regional bedeutsame Stätten verfügen über keine auffälligen Bauwerke oder offiziellen Schutzstatus. Gerade sie sind oft gefährdet, übersehen oder missverstanden zu werden. Lokale Initiativen, engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Netzwerke können dazu beitragen, diese Orte zu dokumentieren, ihre Geschichte zu erforschen und ihre Bedeutung wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Dabei stellt sich auch die Frage, wie solche Orte in ihrer Gesamtheit verstanden werden können. Ihre Bedeutung erschöpft sich häufig nicht in archäologischen, historischen oder landschaftlichen Aspekten allein. Viele Menschen nehmen an diesen Orten eine besondere Atmosphäre oder Qualität wahr, für die es bislang nur wenig integriertes Wissen gibt. Fachkundige Begleitung durch geomantisch oder geokulturell erfahrene Personen kann helfen, diese Zusammenhänge zu erfassen und in einen größeren Kontext einzuordnen.
Für den eAS sind heilige Orte und besondere Landschaften Teil eines lebendigen kulturellen Erbes. Sie erinnern daran, dass Mensch, Erde und Raum in Beziehung zueinander stehen. Ihre Bewahrung dient nicht nur dem Schutz einzelner Orte, sondern auch dem Erhalt von Erfahrungsräumen, die Orientierung, Inspiration und Verbundenheit ermöglichen.
Wir laden alle Interessierten ein, sich an dieser Aufgabe zu beteiligen. Ob durch die Dokumentation regionaler Kraftorte, die Weitergabe von Wissen, die Mitarbeit in Netzwerken oder die Unterstützung konkreter Schutzmaßnahmen – jede Form des Engagements trägt dazu bei, wertvolle Orte für kommende Generationen zu erhalten.
Denn was heute übersehen wird, könnte morgen unwiederbringlich verloren sein. Was wir jedoch erkennen, wertschätzen und gemeinsam schützen, kann auch in Zukunft Menschen inspirieren und bereichern.
Bitte meldet Euch bei earthcare@eas-ev.eu
Bild Pesenbachtal, Rudolf Laresser, Linz



