4. Geomantischer ArchitekturRaum

4. Geomantischer Architekturraum


Bericht aus dem 4. Geomantischen ArchitekturRaum am 18. Mai 2022 des Europäischen Netzwerks für Integrale Architektur + Kunst:

Neue Raumkultur

Dieses Mal sind wir anders als bei den vorherigen Treffen mit einem speziellen Thema in den Austausch gegangen: DIE NEUE RAUMKULTUR

Wir alle waren neugierig auf die Impulse dazu, auf die verschiedenen Auslegungen und Interpretationen dieses Begriffs und auf das Kennenlernen von Projekten, die unter dieser Überschrift schon umgesetzt wurden bzw. am Entstehen sind.

Gestartet sind wir mit einem Potpourri an spannenden Fragen, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten sollten:

  • Wie sieht die NEUE RAUMKULTUR aus? Was darf sie leisten? Was muss sie leisten? Muss sie überhaupt leisten?
  • Was ist die JETZIGE Raumkultur? Was ist die Verbindung zwischen den beiden?
  • Sind unsere Ansprüche an Raumkultur mit der heutigen Raumkultur noch kompatibel? Was sind unsere Ansprüche?
  • Verändert sich die Raumkultur zwischen Mensch und Raum?
  • Was ist Raum? Reden wir über geschlossene Räume, offene Räume, Freiräume, materielle, immaterielle Räume?
Bild Oliver Keil

Bild Oliver Keil

Der anschließende Austausch spann einen großen Bogen über die verschiedenen anwesenden Perspektiven:

  • Von einer kosmischen Sicht und den Einfluss der Planeten auf die Gestaltung der Räume und die sich daraus ergebenden vorherrschenden Farben.
  • Aspekte, die Raumkultur beeinflussen und die über die Jahrhunderte verloren gegangen sind, wieder in die Räume reinzuholen, und sei es über „Stellvertreter von Wirkkräften des Aussens“, die dann als Ankerpunkte von den Innenräumen heraus auf das gesamte Umfeld wirken dürfen.
  • Neue Raumkultur als Symbiose zwischen „der Raum sollte den Menschen nähren“ und „der Mensch sollte den Raum nähren“. Und durch dieses wechselseitiges Genährtwerden und Genährtsein dann das Nähren von anderen – weiter Außenstehenden – ermöglich.
  • Von „toten (Arbeits-/Meetings-/Seminar-) Räumen“ zu „lebendigen Räumen“, die das Anliegen der dort tätigen Menschen unterstützen und es leicht machen, in diesen Räumen wirksam zu sein, ohne dass Räume erst „belebt“ werden müssen, damit man darin überhaupt arbeitsfähig ist.
  • In einer Neuen Raumkultur den Raum in die Pflicht zu nehmen, wieder stärker als Raumhalter zu dienen und darüber die Prinzipien des (männlichen) schützenden Raumhaltens und des (weiblichen) Sich-Ausdehnens in einem sicheren Rahmen besser wirken lassen zu können.
  • Vom Rückblick auf die klassische Moderne Architektur der 80er Jahre und dem damaligen Zeitgeist, der zwar zu offenen und freien, aber gleichzeitig zu toten Räumen führte. Hin zu einer „radikalen“ und holonischen Neuen Raumkultur, mit dem Ziel uns auf die Wurzeln zu besinnen und gleichzeitig einen Schritt weiterzugehen und alle Räume und deren Zusammenhänge einzubeziehen, einschließlich unserer geistigen und seelischen Innenräume.
  • Raum als etwas Wesenhaftes wahrnehmen, mit dem man arbeiten kann. Der Raum nicht nur als Hülle, sondern als Lebewesen.
  • Wer definiert eigentlich die NEUE RAUMKULTUR tatsächlich? Wer sind die Akteure, die Macher? An vielen Stellen beziehen die heute tägigen Akteure neue Ideen schon mit ein um lebendigere Räume zu schaffen. Es gibt schon eine Menge positive Beispiele die zeigen, dass die Gesellschaft lernt.
  • Die NEUE RAUMKULTUR als Ausdruck, dass man sich jetzt sehr viel stärker damit beschäftigt, was aus ganzheitlicher und integraler Sicht eigentlich zu beachten ist. Was gibt es für Methoden dazu und wie kann man auch die anderen Ebenen betrachten. Der Aspekt des Neuen vor dem Hintergrund einer integralen Herangehensweise.

Am Ende unseres Treffens berichtete Oliver Keil über ein Projekt, bei dem er das Wesenhafte von Räumen und Steinen bereits erleben durfte.

Bei der Gestaltung eines Spielplatzes mit großen Steinen aus einem Steinbruch wurde deutlich, dass die ursprünglich geplante (eher mechanisch und auf Größe und Preis ausgerichtete) Steinsetzung so nicht durchführbar war, weil im Steinbruch klar wurde, dass die Steine „ihre eigene Idee hatten“, wer von ihnen auf diesen Spielplatz passte und gekauft werden sollte.

Die Wesenhaftigkeit der Steine kam dann auch unmittelbar bei der physischen Steinsetzung auf dem Spielplatz zum Ausdruck, da je nach Positionierung der Steine an sich und zueinander sich die Energie auf dem Spielplatz veränderte (sowohl positiv als auch negativ).

Es wurde sogar notwendig, die Steine noch einmal in ihrer Position zu wechseln, um letztendlich eine für die Steine optimale Position („hier fühle ich mich richtig gut“) zu einander zu bewirken und darüber auch positiv die Energie des gesamten Spielplatzes zu beeinflussen.

Das finale Ergebnis ist auf den Fotos zu sehen und zu fühlen.